Andrea, anno 2000
[2000]

Mit/Ohne Zeitkontrast

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Höre Bob Dylan, das konnte ich lange Zeit nicht. Zu fern und gleichzeitig viel zu nah waren Worte und Stimme. Davor losgezogen, um gut zu tun, und mit dem Gefühl heimgekommen, dass mir gut getan wurde. Paradox, unverständlich, aber vielleicht muss nicht einmal ich alles verstehen. Die Welt ist jedenfalls wieder leicht geworden.

Beim Sachensortieren von einem alten eigenen Text überrollt worden. Gnadenlos finster und wahr, und verblüffend nah an meiner heutigen Realität. Erinnere mich, damals (1998) beim Schreiben selbst verwundert gewesen zu sein, wo dieser andere Teil der Geschichte herkommt, der nicht aus meiner eigenen Vergangenheit stammt. Heute ist das passende Puzzlesteinchen gefunden, oder genauer gesagt schon wieder verloren, aber das ist es im Text auch. Später am Tag erfahren, dass auch dieses eine Detail, das ich beim Wiederlesen deutlich überdramatisiert fand, in einem fremden Leben geschehen ist. Gänsehaut. Als hätte ich damals die Zukunft gechannelt (nicht, dass ich an sowas glauben würde… aber.).

Das klingt jetzt ungewollt kryptisch, eigentlich wollte ich den Text hier zum Lesen anbieten, aber er gehört überarbeitet, etwas gestrafft, vielleicht mache ich eine richtige Veröffentlichung draus.

Fühlte sich jedenfalls an, als würde ich mich selbst auch neu kennenlernen. Mehr schreiben, verdammt! Und keinen lächerlichen kleinen Nonsens.

Die Schritte danach ohne Fotolust, zu erfüllt bin ich von der Geschichte und von all den anderen, die erst noch geschrieben werden müssen.
17000 / 12,3 km.

Das Bier des Tages

Das Cali Pale von Tiny Rebel scheint mir optisch in diesen Tag zu passen, doch begeistern kann es mich nicht. Die weiche Frucht (Mango, Pfirsich, Zitrus) im Ansatz kriegt vom nachkommenden harten Hopfen einen dermaßen heftigen Schlag, dass beide Geschmäcker untergehen. Was bleibt, ist eine Idee von Limonade auf der Zunge.

Zu trinken an einem Hochsommer-Frühnachmittag, an einem Surfer-Strand, wenn man nicht genau weiß, ob überhaupt schon Zeit ist für Bier.

Zu essen gibt es die Nudeln, die ich gestern zuviel gekocht habe, mit Thunfisch.

Dass ich dann noch einen kapitalen Rechenfehler in meinem selbst entworfenen Strickprojekt namens „Solitude Shawl“ entdecke, einen Fehler, der nur durch auftrennen und neu anfangen zu beheben ist, entbehrt auch nicht einer gewissen kosmischen Komik. Doch selbst die bleibt wundersam leichtherzig.

I rather like the smell of absurdity in the morning.

Tom Robbins

Müssen halt die wunderbaren Wollschätze, die heute hier ankamen, noch etwas länger auf den Einsatz warten.

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