Das neue Projekt lässt sich einfach nicht farbgetreu fotografieren.

Alle Arten von Träumen

Seltsame Träume schon wieder, eine Outsiderkolonie auf einer verlassenen Baustelle, Feuer in alten Ölfässern, man wärmt sich die Finger neben halbwegs Gleichgesinnten. Ob man jemals in die Städte zurückkehren könne, sinniert einer, er dürfe nie wieder Bier trinken, sonst würde er sterben, jammert ein Jüngling, ich suche nach einer Steckdose für das Ladegerät meiner Kamera und werde zunehmend hoffnungsloser dabei.

Brauche nach dem Aufstehen etwas Zeit, um das triste Gefühl grauer Betonpfeiler abzuschütteln. Die Arbeit danach könnte besser laufen, aber sie läuft. Wundersames Telefonat zwischendurch, bin verblüfft von meiner Contenance, nichts nachfragen zu müssen, aber manchmal ist eine schöne Idee halt einfach eine schöne Idee und darf nicht durch Realitätssinn getrübt werden.

Schritte in Kombination mit Erledigungen, ohne Fotos und ohne viele Gedanken. 12000.

Das Bier des Tages

Das erste Stout der Serie kommt aus Polen, von Browar Stu Mostow. Es ist kein gewöhnliches, sondern ein „Maple Syrup, Peanut Butter & Coffee Pastry Stout“. Wow.

Beim Öffnen duftet röstiges Malz und eine leicht säuerliche Note. Zum Antrunk ein intensiv cremig-milchkaffeeiges Aroma, dahinter steigt ein weicher, aber kräftiger Hopfen in Kombination mit dem dazu überraschend harmonischen Maple-Sirup auf. Mit sanfter, sämiger Kohlenäure ein dichtes, vielschichtiges Gesamtkunstwerk. Die Peanut-Butter schmeckt zwar nur zaghaft hervor, wenn man den Schluck im Mund wendet, aber bei diesem Bier wendet man ihn gern, und zwar jeden Schluck wieder. Und findet bei jedem wieder neue interessante Noten. Und immer, wenn man denkt: Oh, schon ziemlich süß, kommt doch wieder vertraut beschwichtigend der Hopfen.

Zu trinken, wenn nach einer party- und schlaflosen Nacht die Sonne aufgeht und die Vöglein zwitschern, unter freiem Himmel.

Nach viel Roggenbrot in letzter Zeit ein Baguette gekauft und mit den Köstlichkeiten in meinem Kühlschrank kalt zu Abend geschlemmt.

Zum Gestrick mal den ersten Teil des britischen War of the Worlds 3-Teilers geschaut, lässt sich ganz gut an, wenngleich etwas kitschig. Dann Nachrichten („1 Jahr Corona“), dann den zweiten Teil begonnen. Nach einer Weile allerdings ist auf dem Bildschirm vor lauter Finsternis kaum noch etwas zu erkennen, und zu hören sind fast nur Schreckensrufe und das Schmatzen der Mars-Monster. Erinnert mich daran, wie ich einst in den 80ern Apocalypse Now im Kino gesehen habe, davon habe ich auch nur Hubschraubergeschratter und „Fuck!“ – „Shit!“ in Erinnerung, aber damals war ich wenigstens ordentlich bekifft.

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