Viel zu lange viel zu brav

Viel zu lange geduldig mit Covidioten und Nazi-Apologeten diskutiert. Viel zu lange als entspannte, intellektuelle Feministin die andere Seite auch verstanden. Viel zu lange zugelassen, dass andere mich unterbrechen, ohne jemals selbst zu unterbrechen. Viel zu lange zugehört. Viel zu lange nicht gehört worden. Viel zu lange das brave kleine Mädchen geblieben, das alles einsieht und nichts fordert. Viel zu lange Sphinx gelächelt, während innen die Zornsuppe brodelt. Viel zu lange leise Texte geschrieben. Viel zu lange abgeblendet, um die Blender nicht zu blenden.

Jahre, Jahrzehnte verschwendet an die, die nie verstehen werden. Tage-, nächtelang diskutiert mit denen, die nicht einmal Lust haben, zu verstehen. Immer und immer wieder mich selbst in Frage gestellt anstatt die anderen. Viel zu oft einfach umgedreht und gegangen, viel zu selten mich selbst und meine Themen in den Mittelpunkt gestellt.

Jetzt aber anders. Es wird Zeit.

2 Comments

  1. Also ich sehe das so (Man verzeihe mir die animalische Fixierung): Schafe im Wolfspelz werden von echten Wölfen instinktiv erkannt und rasch dazu benutzt, sie ihren Zwecken dienlich zu machen. Etwa um andere Schafe zu verunsichern und noch gefügiger zu machen.
    Eine Lösung dieses Dilemmas ist Authentizität. Ganz gleich, wer man ist: Entscheidend ist, dass man ohne Zweifel und voll und ganz ist, wer man ist. Das bedeutet auch, alle Handlungen als diejenige Person zu setzen, die man ist; und nicht als eine Kunstfigur, deren Abziehbild uns von anderen Menschen als erstrebenswert auf die Nase gedrückt wird.

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