Wasser

Wasser, viel Wasser. Am Boden und in der Luft. Das lädt nicht ein zum Ausgehen. Das sagt: Bleib im Haus. Trotzdem gehe ich. Um zu wissen. Um zu erfahren. 

Kleidung klebt nassgeregnet an meinem Körper. Die Haare auch. Wind geht. Wie gut, dass es nicht kalt ist.

Blitze, wunderschöne Blitze aus allen Richtungen, gar nicht bedrohlich, eine Kunstform für sich. 

Kein Mensch weit und breit, das ist ungewöhnlich. Oder doch: einer.

Lass uns tanzen, sagt er.

Im Strandcafe spielt eine Rockband, auch sie völlig durchnäßt. Sie spielen meine Kollektion an Regenliedern und lachen dabei.

Wieso die Fender so wunderschön singen kann, frage ich mich, wo doch die Anlage längst der Feuchtigkeit zum Opfer gefallen sein müßte.

Ich tanze, wie ich noch nie getanzt habe, frei in meinen Bewegungen: Als würde ich schweben.

Ich muss zum Boot, sagt der andere. Man wartet schon auf mich.

Ob ich mitkommen will, fragt er nicht.

Leicht streift er mit der Hand über meine Wange, bevor er geht.

Ich stehe und schaue, bis er im Regen verschwindet.

Dann trage ich vorsichtig die flüchtige Berührung nach Hause.

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