Nach meinen Ausflügen zum Wallersee und zum Sommerfrischler war ich wieder richtig schwimmhungrig geworden. Problem: Meine Lieblings-Schwimmgegend an der neuen Donau ist heuer wegen S-Bahn-Sperre und anderen Öffi-Kalamitäten nur sehr umständlich und zeitaufwendig zu erreichen. Natur-Alternativen wie der Wienerbergteich und die alte Donau sind viel zu warm und/oder wasserarm. Ich beschloss also zähneknirschend, es nach Jahrzehnten wieder einmal mit einem Schwimmbad zu versuchen. Ich hasse Schwimmbäder. Sie riechen nach Chlor und altem Fritten-Fett, klingen nach Teenie-Gebrüll und schlechter Sommer-Musik, und einen Badeanzug muss man auch noch anziehen.
Aber – kein Wasser ist bei den Temperaturen ja auch keine Alternative. Das Laaerbergbad ist nicht allzu weit weg von mir und mit der Abendkarte recht preisgünstig zu beschwimmen. Also auf ins Getümmel!

Der Vorteil vom Laaerbergbad ist, dass es ein recht weitläufiges Gelände hat. Die miserable Musik und der Frittenduft verdichteten sich im Eingangsbereich. Ich nutzte den (sehr sauberen) Umkleide- und Kästchenbereich und suchte mir eine andere Wiese. Dann gleich ins Wasser, das im Sportbecken wunderbar kühl und erstaunlich schwimmbar war. Der Chlorgeruch war gar nicht penetrant, wie ich ihn in Erinnerung hatte, kam nur ab und zu leise durch. Die Bademeister*innen führten eine scharfe Pfeife, die das Randspringen meist schon vor der Ausführung antizipierte und verhinderte. Viele Badende hingen nur am Rand, die Bahnen waren verblüffend frei.
Trotzdem fand ich es anstrengender zu schwimmen als freie Natur, vielleicht Gewohnheitssache, aber ich hatte das Gefühl, ständig dem Wasserverkehr gegenüber aufmerksam bleiben zu müssen und reckte den Kopf dafür höher aus dem Wasser, als ich es normalerweise tue, nicht die gesündeste Schwimmhaltung.
Dann ein bisschen im Schatten gelegen und über den Buchrand hinweg die Leute beobachtet. Die Besucherschar sehr gemischt in Alter, Schwimmabsichten und Ethnien, keine Anzeichen von den kulturellen Konflikten, die in manchen Foren beschworen werden, also eh alles so wie sonst halt auch in Favoriten. Erstmals allerdings sah ich Mädchen in Ganzkörperbadeanzügen, nur zwei, aber sie hatten augenscheinlich genau so viel Spass im Wasser wie alle anderen auch.
Zum ersten Schwimmbadbesuch seit ichkannmichnichterinnern gehört dann natürlich auch eine Portion Pommes.

Dann nochmals geschwommen und danach weitgehend zu Fuß heim, der Schrittehunger ist auch wieder erwacht. Hier gibt es noch viel unspazierte Gegend zu erkunden, freute ich mich unterwegs.



