Als ich, wie aus kürzlichen Beiträgen ersichtlich, mit mehr Zeit auch wieder mehr Gefallen am Kochen und Schmecken fand, fiel mir auf, dass die Mühen der Küche vor allem aus Platzmangel entstanden. Wollte ich schnippeln, musste ich dies und jenes von links nach rechts räumen, wollte ich kochen, musste ich Dorthingeräumtes vom Herd entfernen, es war ein ständiges Hin und Her. Ich betrachtete also eingehend mein Küchenkastl, das sich seit damals nicht verändert hatte. Ein 2×2 Kallax oben auf dem 4×4 Kallax würde die Lage entschärfen, dachte ich und bestellte. Die Lieferung am Samstag hatte ich nicht erwartet, das verhinderte angedachte Ausflüge. Die Ankunft sollte aber 30-60 Minuten vorher angekündigt werden, das erlaubte immerhin Einkaufstouren.
Zuerst zum Baumarkt: Für beste schraubenlose Verbindung hatte man mir einen bestimmten Klebstoff und Aufrauen mit Schleifpapier empfohlen. Ich entdeckte gleich noch andere interessante Ideen, wie etwa Fliesen für hinter den Herd. Meine Zurückhaltung, nicht gleich zuzuschlagen, feierte ich mit dem eigentlich schon traditionellen Baumarkt-Kaffee. (Irgendwann werd ich mir merken, dass man dort keinen Cappuccino bestellen darf, wenn man keine Latte mag).


Dann zum Supermarkt für die normalen Wocheneinkäufe, auf dem Rückweg wollte ich beim Papiergeschäft vorbei, um Pappe für die geplanten Rückwände für das alte und neue Regal zu besorgen. Was mich nämlich an dem beidseitig offenen Kallax störte, war, dass sich da von hinten Staub in die Fächer einschlich. Schwarz lackierte Pappe als Rückwand sollte Abhilfe schaffen. Im Papiergeschäft fand ich aber Silberfolie, gemeinsam mit der Pappe stark genug, und das würde die Fächer heller machen als schwarz.
Dass es gewisse Nachteile hat, starre DIN-A2-Bögen bei starkem Wind zu tragen, merkte ich auf dem Heimweg. Hätten wir das Fitnessprogramm für den rechten Arm auch erledigt! Ich räume mal aus und bereite alles vor.

Der Rückwand-Bau erweist sich als langwieriger als erwartet, ich bin damit noch beschäftigt, als das neue Regal schon lang da ist. Dazwischen noch ein Ausflug zum Baumarkt, weil wer hätte gedacht, dass es die Pistolen für die Klebepatronen in mehreren Größen gibt? (Vermutlich eh alle außer mir).
So ein Mini-Kallax ist schnell aufgestellt, vor dem als mühsam erinnerten Klapptür-Einbau gönne ich mir eine kleine Jause.

Der Klapptür-Einbau wurde noch mühsamer als erinnert, es stellt sich heraus, dass an zwei der Scharniere ein Schraubloch zu klein war, ich schaffe Abhilfe mit Hammer und 10er-Nagel. Zwischendurch verblüfft mich allerdings mein eigenes Fluch-Repertoir. Letzteres steigerte sich in ungeahnte Höhen, als ich – nach Vorbereitung der Klebeflächen – feststellte, dass meine Arme zu kurz waren, um das Regal an seinen Platz zu befördern.
Kurz vor Mitternacht war da nichts mehr zu machen als für heute aufzugeben. Gut bewegt und doch geschlagen schlich ich ins Bett.