Sonntagsblues

7. April 2024

Morgens die Sonne. Sie zaubert Optimismus in die frühgrünen Blätter im Innenhof. Das Amselchen sitzt nicht auf ihrem Nest. Eine Frau singt mit klarer, aber dünner Stimme ein trauriges Lied. Es ist ein sehr langes trauriges Lied, oder vielleicht sind es mehrere traurige Lieder, die sich zu einem vermengen, es klagt jedenfalls beharrlich dahin.

Einen Kaffee lang träume ich mit Ja, Panik in den sonnigen Morgen hinaus.

Ushuaia. Harmloser Anfang mit lyrischer Kryptik, der sich in göttlichem Gitarrenwahnsinn auflöst. Die Welt braucht mehr solche 12-Minuten-Songs!

(Erinnert mich an dieses, ganz lange her)

Noch ist es kühl, angenehm kühl. Schon seltsam, Anfang April von angenehm kühl zu sprechen. Amselchen sitzt wieder auf ihren drei türkisblauen Eiern. Es riecht nach Flieder und feuchter Erde.

Dieser Sonntag gehört dem Wohnungsputz und der Schreibarbeit, auch wenn das Draußen zunehmend lockt. Bis zum Abend ist viel geschehen, aber irgendwie trotzdem nicht genug.

„Im Zentrum“ diskutiert man über Leitkultur, oder treffender nach Josi Prokopetz „Leid-Kultur“, und ÖVP-Khol darf wieder seine Meinung in den Äther blasen. Wiederholt thematisiert er den „Umgang mit Frauen“, und wenngleich das ein wichtiges Thema bleibt, sollte die ÖVP da doch erst einmal bei sich selbst anfangen. Ökologie gehört für ihn hingegen nicht zur Leitkultur, aber was erwartet man. Ich drehe ab und beame mich in den Weltraum.

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