31. Januar 2005

Schnee

Image by Perez Vöcking from Pixabay

Das Schlussbild dieses Traumes, es will nicht aufhören zu schneien, sehr dunkle Augen hinter einer stylishen Brille, auf der Eisblumen zu wachsen beginnen, kleine Schneeflöckchen auf Wimpern und Augenbrauen, die durch die Atemluft schmelzen und dann wieder frieren und wunderschöne Kristalle bilden. Die Besitzerin der Augen merkt das gar nicht, ist zu beschäftigt, alles auf diesem Winterflohmarkt in Augenschein zu nehmen, während es langsam dunkel wird.

Davor hat sich jemand den Knöchel gebrochen, er bekommt aber keinen Gips, sondern einen High-Tech-Verband, der aussieht wie Glas, sich anfühlt wie etwas hartes, das aber trotzdem ein bisschen nachgibt, wie hochglänzendes Kunstharz vielleicht. Er ist stolz und zeigt den Fuss überall herum, alles kann man machen mit diesem Verband, strahlt er, nimmt den Fallschirm und steigt ins Flugzeug ein. Ich steige auch ein, es ist in den Bergen, dann müssen wir wieder landen, denn der Schneesturm zieht nicht davon, wie er sollte, sondern wird immer stärker.

Sogar beheizt ist der Verband, strahlt der Verletzte. Das könnte ich jetzt auch brauchen, mein Hotel liegt ganz oben auf dem Berg und alle Autos sind eingeschneit. Ein Feuerwehrzelt wird aufgebaut, da drin gibt es Gulasch, dann kommen die Marktstandler und bauen auf. Kaum stellt einer seinen Tisch auf, ist der schon mit Schnee bedeckt, mit kleinen Ventilatoren blasen sie den Schnee von den Gegenständen.

Ich möchte auch einmal Fallschirmspringen, sagt die Dunkeläugige zu mir. Ich ziehe meinen zeltartigen Mantel enger um mich un denke: wenn es wärmer wird, aber ich sage es nicht, weil ich fasziniert die sich ständig ändernden Eisgebilde an den Augen betrachte.

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