‚round and ‚round

Es ist sehr still im Haus. Der Nachbar mit dem morgendlichen Raucherhusten ist wohl aufs Land gefahren, auch die Nachbarin, die ihren schlechten Musikgeschmack bevorzugt um 8 Uhr früh auslebt, ist offenhörlich nicht da. Unter mir fehlen eine Frauen- und eine Babystimme, da bellt auch der Minihund gleich viel weniger, obwohl die Männerstimme ungefähr ab Mittag weiterhin traurige slawische Lieder singt. Ich drehe FM4 auf, und ich hätte selbst kaum einen passenderen Song aussuchen können, um in diesem Tag anzukommen. (Das Video ist… äh, aber Text und Musik!)

Es ist eine feine Sache, entspannt und ohne Zeitdruck an einem Projekt zu arbeiten, das man wirklich will. Eh dieses hier: sturmwarnung.at; mal drehe ich ein bisschen am Layout, mal schaufle ich Inhalte von anderswo herein, mal streamline ich Kategorien und Schlagwörter. Ein solches Webprojekt bietet Arbeit für alle Gefühls- und Wetterlagen. Und ob das jetzt in einer Woche fertig wird, oder in einem Jahr – das ist wirklich ganz egal.

Nachmittags ein freundschaftliches Spazierbier, es plaudert sich entspannt und erdig, so ist es gut. Nebstbei entzückend, wenn kleiner Hund und kleines Kind beinahe Freundschaft schließen.

Danach noch im Schnellschritt den Ring umrundet. Es nieselt anhaltend widerlich, deshalb werfe ich spätestens ab der Hälfte begehrliche Blicke auf die Straßenbahn, aber Beharrlichkeit ist die euphemistische Schwester der Sturheit, und so komme ich ungerollt mit 21000 Schritten auf dem Tacho zu Hause an.

Bier des Tages

Double Green Mountain ist ein britisches IPA von Thornbridge. Mir gefiel das royal wirkende Logo auf der Dose, auch die Bezeichnung „Hazy Vermont Double IPA“ ließ Erfreuliches erwarten. Der erste Schluck erfüllte, was der Duft schon verhieß: Dichtes, exotisch-fruchtiges, hopfenherbes IPA-Aroma – das allerdings auf der Zunge genau so schlagartig verpuffte, wie es ankam. Zurück blieben vor allem süßes, unrauchiges Malz und ein seltsamer, letscherter Geschmack, den ich bisher nur von gezapftem Bier kannte und mit schlecht gespülten Gläsern in Verbindung gebracht hatte.

Rollt man den Schluck im Mund, findet man durchaus angenehme Spuren eines feinen, zitrusherben Hopfens, aber wer rollt schon beim Bier jeden Schluck im Mund? Zudem zu wenig Kohlensäure für meinen Geschmack.

Zu trinken, wenn überhaupt, auf einem bunten, lebendigen Flohmarkt, wenn die Kulisse wichtiger ist als der Geschmack.

Danach das Rindfleisch aus der gestrigen Suppe mit ein bisschen Kren und Senf – schmeckt.

Und wenn ich jetzt noch einen passenden Film finde, wird heute vielleicht der Hauptteil vom Gallant Sweater fertig.

Gedichtfragment zum Tag
(Hilde Ehrenberger)

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