Kreative Gewalt

Morgens gleich einmal den PCR-Test weggebracht, der meinem Schnupfen der letzten 2 Tage auf den Grund gehen soll, und dabei die Einweghandschuhe geholt, die mir gestern zum Haarefärben gefehlt haben. Danach grundsätzlich willig die ToDo-List betrachtet, dann aber beinahe wieder in den gefährlichen Spalt zwischen „Ich sollt jetzt eigentlich“ und „ich will jetzt aber“ gekippt. Dann aber das zweitere angenommen; auf einen Tag mehr oder weniger kommt’s momentan wirklich nicht an, und die Geschichte, die geschrieben werden will, ist eine gute. Oder fühlt sich zumindest gut an. Es ist ein „Schreiben wie Lesen“, derweil zumindest, schwierigere Stellen sind abzusehen, und es ist ja oft so, dass dann plötzlich die Figuren ein Eigenleben entwickeln, dem Plan nicht mehr folgen wollen, dass sie rebellieren und dann verblassen, wenn man sie in den Plot zwingt, ein Punkt, an dem ich bisher immer gescheitert bin. Vielleicht diesmal einfach dem Flow folgen, mal sehen?

Es ist in jedem Fall ein gutes Gefühl zu schreiben, es wischt mancherlei negative Gefühle der letzten Tage weg. Und dauert dabei länger als angenommen, ich mag mich kaum von der Geschichte lösen. Bis es Zeit ist, ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Dabei kann ich mich auch zu ein paar Schritten überreden, nicht ganz 10.000, aber fast.

Das Bier des Tages

Das letzte Bier der Wintersaison fällt auf einen Montag, weil ich dazwischen einmal ausgesetzt habe. Choco-Coco kommt aus der Brauerei LTM (Les Trois Mousquetaires) aus Quebec und definiert sich als „Stout Dessert“ bzw. „Pastry Stout“. In der Nase Kakao, Kaffee, etwas milchige Säure. Die tritt dann am Gaumen in den Vordergrund, während sich hinten „dunkle“ Hopfen-Noten, rauchiges Malz und Kakao-Aromen angenehm umschmeicheln. Von der Kokosnuss, die hier auch physisch enthalten ist, erschmecke ich wenig, nur beim nachspürenden Weiterkosten eine Anmutung von Rumkugeln. Das Bier ist ölig dicht auf der Zunge und könnte fast ein Likör sein, der nach kleinen Schlucken verlangt. Das ist bei 10,5% Alkohol wohl auch besser so.

Zu trinken in einer lauen Sommernacht im Park, wenn man sich einen gerade zu Ende gegangenen schauerlich schlechten Freiluft-Theaterabend schönsaufen muss.

Der Nebenbei-Selfie im Bier-Bild bereits mit Henna in den Haaren. Danach eigentlich ein bisschen organisieren wollen, aber die Geschichte meldet sich noch einmal. Über 4000 Wörter in einem Tag hatte ich noch nie, glaube ich. Ob das für Qualität spricht, wird sich an einem anderen Tag entscheiden. Ich fühl mich, psychisch jedenfalls, neugeboren. Der Schnupfen lässt auch schon nach. Soll ich noch von Weißwurst und Badputz erzählen? Ach nö, das wär ja fad.

PS: Das PCR-Testresultat meldet „Auswertung nicht möglich“, was immer das auch bedeuten mag. Also morgen gleich nochmal. Wobei, der Schnupfen hat schon nachgelassen.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Voriger Beitrag

Alltag in 3…2…1…