12. August 2025

Indoor-Garten und Real-Dystopien

Die Pfirsiche von gestern waren leider perfekt sonnenreif köstlich, stellte ich beim Frühstück fest. Tatsächlich die besten, die ich seit Jahren gegessen hatte, fast zu schade fürs Joghurt. Ich wäre wohl tatsächlich noch einmal ausgerückt, um mehr davon zu kaufen, sogar um den unverschämten Preis, wenn nicht die Sache mit dem angeschriebenen Halbes-Kilo-Preis gewesen wäre. Das finde ich einfach link.

Die erste Tageshälfte friedlich arbeitend verbracht. Dann wende ich mich der Küche zu. Kaum vier Jahre wohne ich hier, und so vieles hat schon wieder keinen Platz mehr. Nach dem Putzen die ganze Sache ausgemessen und eine Stauraum-Erweiterung bestellt. Die Schrauberei fehlt mir eh schon irgendwie. Dann kritisch das Pflanzglas beäugt, in dem nach dem Ableben der ursprünglich dort beheimateten Sukkulenten trotz einiger Versuche nie wieder etwas wachsen wollte. Einmal noch, denke ich, und befrage ChatGPT nach geeigneten Pflanzen. Zu den Pflanzideen kriege ich gleich hilfreiche Tipps für die richtige Erde und die Pflege. Also auf zum Bau- und Gartenmarkt.

Das ist auch immer eine Übung in Zurückhaltung, man könnte ja, denke ich… Ein griechisches Blau für die Vorzimmertüren kaufen. ein paar Dekofliesen gegen zu viel Weiß im Badezimmer mitnehmen. Vielleicht gleich etwas gegen die suboptimale Beleuchtungssituation des Esstisches unternehmen. Aber nein, nicht heute, heute schicke ich mich geradewegs in die Gartenabteilung.

Dort finde ich die empfohlenen Pflanzen, die zugehörige Erde und das hilfreiche Granulat schnell und unkompliziert – und nahe beieinander und bei den Pflanzgläsern, ein gutes Zeichen für die Richtigkeit der Empfehlungen. Ich feiere den Einkaufserfolg mit einem Cappuccino beim Bäcker. Im Schatten lässt es sich gut und schweißfrei sitzen, das war letzten August nicht so.

Daheim dann herumgetopft – und gleich nochmal den Küchenboden geputzt.

Wenn die Kandidaten in einem Monat noch leben, putze ich auch das Glas.

Danach entspannt das Internet leergelesen und über ein paar kleinere Veränderungen nachgedacht. Eine Blogroll muss hier endlich wieder rein, aber ich hätte sie gern dynamisch, und das ist nicht mehr so einfach, wie es vor ein paar Jahren noch gewesen wäre. Zudem steht ein Serverumzug an. Es ist vielleicht besser, mit allen Veränderungen zu warten, bis der gut gelaufen ist.

12von12 wieder mal völlig verpasst, aber gerne ein bisschen durch die zahlreichen fremden Leben spaziert.

Schlecht fotografierte Spätnachmittagsstimmung von der KI nachbauen lassen. Die Sonne spiegelt sich allerdings im falschen Fenster.

Das Bier des Tages

Das „Path of the Wombat“ Australian Pale Ale von Bevog hatte ich zugegebenermaßen hauptsächlich wegen des Namens und dem Tier auf der Dose gekauft, Pale Ale ohne I ist mir üblicherweise zu sanft. Sanft zitrushefig stieg es auch in die Nase, überraschte aber auf der Zunge mit kräftigem Hopfen und intensiv exotischen Noten, die durchaus einem IPA zuzutrauen wären. Dennoch frisch und spritzig, macht es alleweil Lust auf mehr, das hätte durchaus eine größere Dose sein dürfen.

Zu trinken unter einem Eukalyptusbaum mit Blick auf den schönsten Sonnenuntergang, den Australien zu bieten hat.


Bier-Übersicht

Auf Arte läuft „Geschichten vom Krieg„. Grausamkeiten und Hoffnungen anhand von Tagebüchern und Briefen, große und kleine Ereignisse, Originalfilmmaterial, nachgestelltes und Kunst. Es ist so unfassbar wie eh und je und erinnert doch an Gegenwärtiges.

Ich gebe zu, ich versuche mich im Sommer von den Nachrichten so gut wie möglich fernzuhalten. Aber ganz schafft man das ja doch nicht. Die Kriege, Trumps Unsäglichkeiten, auch bei uns wird der Ton schärfer. Ich fühle mich hilflos. Es war einfach, gegen Unmenschlichkeiten anzuschreiben, zu demonstrieren, solange es Einzelne waren. Aber jetzt kippt gefühlt die ganze Welt in längst überwunden geglaubte Denk- und Handlungsmuster. Ich habe das Gefühl, dringend etwas unternehmen zu müssen, aber was um alles in der Welt?

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Heute in Ulm. Morgen um Ulm herum. [...]

München ist schräg! [...]

Kalt geworden! 🥶🥶🥶 [...]

Wobei, so überfordert wie die Leut' mit dem Zugfahren sind, ist es vielleicht eh besser, sie fahren nicht Auto. [...]

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