2. Juli 2026

Hitzesudern und Leut‘ schaun

(Sammelsurium aus den letzten 3 Tagen.)

Beim türkischen Geschäft ums Eck sind die Wassermelonen ausgegangen, er bietet jetzt die gleichen an wie die Supermärkte. Ich kaufe trotzdem eine halbe, sie ist letschert.


Als ich aus dem Backofen Wien nach Wels fuhr, dachte ich beim Aussteigen aus dem Zug: Oh, angenehme Temperatur und sogar ein Lüfterl! Das Thermometer zeigte 33 Grad. Man gewöhnt sich wohl an alles, zumindest solange, bis man tot umfällt. Davor noch ein Eis.


Im EC eine Jugendgruppe, wohl eine Sportmannschaft, auf den Laiberln stehen Nummern und „Karachi“, dann noch irgendwas in einer mir unleserlichen Schrift. Ein Begleiter hängt erschöpft im Sessel, ein zweiter dirigiert die Kofferverstauung, er will alles sehr exakt haben, das Überkopfkofferschwingen dauert bis kurz vor St. Pölten. Die Halbwüchsigen in ihre Handys versunken, keiner schaut aus dem Fenster. Ob ich als junger Mensch wohl heute auch so wäre? – Als der Zugbegleiter kommt, höre ich, dass sie nach Amsterdam unterwegs sind. „Change in Munich“. Allseitiges Nicken.


Auf dem Rückweg eine Großfamilie, die sich auf 2 Vierertische verteilt, sie sprechen eine sanfte slawische Sprache. Nach einer Weile öffnen die Frauen mehrere Taschen und packen Essen aus, alles kommt auf die Tische: Wurst, Käse, Tomaten, Gurken, Paprika ein großes, duftendes Weißbrot, Aufstriche in kleinen Behältern; dann holen sie noch Pappteller, aber Metallbesteck aus den Tiefen der Gepäckstücke, Servietten, alles sehr manierlich. Fehlt nur noch der Grill, denke ich, oder vielleicht habe ich es gemurmelt, denn meine Sitznachbarin unterdrückte nur mühsam einen Lachanfall.


Bei der Rückkehr auch in Wien leichter, aber auch heißer Wind. Ich denke an Wüstenabenteuer und schalte den Ventilator ein. Das Hexenhöhlchen, in den letzten Jahren hitzemäßig unverdächtig, hat die 29 Grad überschritten. Kalte Dusche, Ventilator und Kühlelemente helfen nur mehr wenig für guten Schlaf. Als bekennende Sommer-Liebhaberin komme sogar ich an meine Grenzen, wenn es auch nachts nicht abkühlt. Und über 35 Grad ist einfach alles zu viel.


Genüsse, trotzdem: Die wunderbaren Wassermelonen, solange es sie noch gab (ich hoffe, sie kommen bald wieder), Schafskäse mit nur wenig Brot. Ayran, gekauft und selbstgemacht. Saure Wurst mit Kernöl. Und: Wasser. Wunderbares, kaltes, sodagesprudeltes Wasser.


Als die Abkühlung dann kommt, bin ich bei einer Veranstaltung auf dem Land. Ich kann die frische Luft kaum glauben, würde am liebsten draußen bleiben und mich nassregenen lassen. Im Hexenhöhlchen hat sich die Temperatur gehalten, ich mache nach der Heimkehr alle Fenster und Türen auf und sehe dem Thermometer zehntelgradweise beim Abkühlen von 29,7 Grad zu. Bei 24,8 finde ich es schon empfindlich kühl.

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