Der Wecker hat nicht geläutet, und als der Mann von Gurkerl.at klingelt, bin ich gerade erst in die Küche geschlichen, um Kaffee zu machen. Ich betrachte zufrieden die Beute, die mir jeglichen Kontakt mit dem draußen imaginierten Getümmel erspart, doch nach dem Duschen quetsche ich mit Mühe die allerletzte Hautcreme aus der Flasche und muss doch noch mal raus, weil 3 Tage nicht eincremen bei Heizungsluft – das geht gar nicht. Es ist tatsächlich erstaunlich ruhig da draußen, der Drogeriemarkt leer bis auf die Verkäuferinnen.
Danach bin ich der Welt wie mir selbst gegenüber ungnädig, und das steigert sich mit jedem nichtssagenden Weihnachtsvideo und -gif, das hereintrudelt, und das sind, auf den unterschiedlichsten Kanälen, viele. Ich bastle mir einen Grinch als Antwort, das amüsiert mich immerhin.
Zudem weiß ich schon wieder nicht, von welchem Ende ich meine „Zwischen den Jahren“-ToDoList aufdröseln soll – Bewegung, Kunst oder Praktisches? Das ist ein Fall für die lange vernachlässigten Tarotkarten, bevor ich noch ganz und gar im Grant versinke, denke ich. Die aber helfen nicht bei der Entscheidung, sondern propagieren ganz andere Ideen.

Naja. Erstmal ist es eh Zeit für die jahreszeitlichen Kommunikationen. Dann für ein bissl Putzen, was mich auch nicht freundlicher stimmt.
Das Bier des Tages

Das India Ale von Samuel Smith duftet röstmalzig mit leichter Säure im Hintergrund. Im Antrunk ein intensives Spiel zwischen Hopfen und Malz, das mit zitrigen Aromen aufgefangen wird. Vollmundig und rund, wenngleich weniger Bitterspiel bleibt als bei gewohnten IPAs.
Zu trinken in schneeglitzernder Winterlandschaft auf einem Schlitten unter einer Daunendecke, während der Kutscher noch die Rentiere sucht.