11. August 2025

Grantscherm on Tour

Für die (halb) geplanten Ausflüge aufs Land fehlt etwas: Ein sommertauglicher Regenschutz nämlich. Weil, was nutzt die beste Regenjacke, wenn man innen vom Schwitzen genauso nass wird wie man außen vom Regen würde?

Die einschlägigen Geschäfte gruppieren sich in lockerem Bogen um die Mariahilferstraße, und ich zog los. Bummeln durch Einkaufsstraßen ist nicht so unbedingt meins, aber ab und zu sollte man es machen, damit man sich nicht wundert, in welchen seltsamen Klamotten einem die Menschen demnächst entgegenkommen. Die Sache mit der Mode habe ich halt noch nie recht verstanden – entweder etwas passt zu meinem Stil, oder halt nicht. Die aktuelle Mode passt schon seit geraumer Zeit nicht dazu. Beige, lila und Croptop halten sich hartnäckig in den Auslagen, dazu jede Menge kleingemusterter Blusen und Kleider mit Großmutter-Kragen und -Ärmeln. Gefällt mir alles nicht. Aber immerhin werden die Hosenbeine langsam wieder weiter. Andere Anblicke waren besänftigend grungig oder sogar durchaus amüsant.

Hätte ich nicht schon hochwertige Teppiche, würde ich vielleicht ein Zebra als Bettvorleger andenken.

Meine Mission blieb allerdings unerfüllt: In den Outdoorgeschäften lag durchgehend schon Herbst- und Winterzeug. Immerhin eine Idee nahm ich mit: Es muss ja keine Jacke sein, schlug ein Verkäufer vor, sommers wäre vielleicht ein Poncho die bessere Wahl. Die gäbe es mittlerweile auch aus Goretex, und sie seien multifunktional, weil man sie auch als Plane aufspannen oder zum draufsitzen verwenden könnte. Das klang überzeugend; vorrätig hatte er aber auch keinen mehr.

Ich mäanderte Richtung Naschmarkt. Zwar brauchte ich nichts, aber die Düfte und Sprachen zwischen den Standln würden vielleicht meine Laune heben und Inspirationen bieten, hoffte ich.

Aber der Naschmarkt ist auch nicht mehr das, was er einmal war.

Souvenirgeschäfte und Trinkhallen-Atmosphäre hoben meine Laune nicht. Immerhin fand ich ein paar Pfirsiche, die einen perfekten Eindruck machten. Vielleicht die letzten dieses Jahr, dachte ich, fand den angeschriebenen Preis von 6 Euro zwar nicht billig, aber auch nicht teuer, und merkte erst am Endpreis, dass der für ein halbes Kilo galt. Ich hätte mich beschweren und die Pfirsiche dortlassen sollen, dachte ich, aber da hatte ich schon bezahlt und war ein paar Standln weiter.

Ich entdeckte noch Himbeergranulat, das gut zu meinen Backideen gepasst hätte, aber der Standler winkte bedauernd ab: Kartenzahlung erst ab 20 Euro. Dann halt nicht, grummelte ich in mich hinein und nahm vor lauter Nichtmehrwollen den Bus nach Hause.

Das Bier des Tages

Die äußere Düsternis des „Serving the Savage“ DDH Black IPA schien zu meinem heutigen Grundgrant zu passen. In die Nase stieg allerdings vordergründiges Malz mit hintergründiger Säure. Fast hätte ich mir schon Sorgen gemacht, doch im Antrunk ließ der Hopfen keinen Zweifel an seiner Übermacht. Vom Hopfen her betrachtet, habe ich mir DDH Black immer genau so vorgestellt, aber noch nie bekommen. Leider passt das in den Zwischenräumen sehr schüchtern auftretende Malz in seiner zuckrigen Sanftheit da so gar nicht hin. Zur wahren Vollendung bräuchte dieses Bier röstigere Malznoten. Aber ich gebe zu, das ist Meckern auf hohem Niveau.

Zu trinken am Rande eines sumpfigen Hochmoors, während man auf die Maultiere und die Führer zur sicheren Überquerung wartet.


Bier-Übersicht

Abends noch ein paar Todolistpunkte abgehakt und vom gestrigen Braten diniert. Mit diesen Abenden ist es wie mit dem Sommer: Von 5 Uhr aus betrachtet, scheinen sie wunderbar endlos, und dann fragt man sich plötzlich, warum es schon 2 Uhr früh ist.

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Echt jetzt, Pantone? Die Farbe des Jahres 2026 ist "Weiße Wände nach 5 Jahren Zigarettenrauch"? https://www.pantone.com/eu/de/color-of-the-year/2026 [...]

Heute in Ulm. Morgen um Ulm herum. [...]

München ist schräg! [...]

Kalt geworden! 🥶🥶🥶 [...]

Wobei, so überfordert wie die Leut' mit dem Zugfahren sind, ist es vielleicht eh besser, sie fahren nicht Auto. [...]

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