Morgens beim Joghurt schwirren mir allerlei Ausflugspläne vor, die allerdings alle an die selbe mentale Wand stoßen: Es ist Sonntag. Es ist heiß. Überall, wo ich hin will, wird die Hölle los sein. Also umdisponiert: Weiter das Leben, die Wohnung und die Archive sortieren und lieber unter der Woche ausflügeln.
Im Innenhof viel Leben, zu den schon länger herumstehenden Sesseln hat sich ein Tisch gesellt, es wird gegessen und geplaudert. Vielleicht trinke ich meinen Nachmittagskaffee auch unten, denke ich, aber als mich die Kaffeelust ereilt, sind die unten gerade weggegangen, und ich befürchte, sie könnten denken, ich hätte extra gewartet, bis sie weg sind. (Overthinking – kann ich! ✅)
Nebstbei Kommunikation zu Kunst und Kultur – und über die Archive. Es finden sich Inkarnationen von mir, die ich schon fast vergessen habe.

Am späten Nachmittag ist es Zeit, sich dem im Affekt gekauften Wadschunk zuzuwenden. Mit der neuen Gewürzvielfalt im Regal wird der und seine Suppe sicher nochmals besser, denke ich – was, wie ich später feststelle, auch stimmt. Nur die oben aufgestrichene Senf-Kren-Ingwer Mixtur geht irgendwie komplett unter.

Das Bier des Tages

Das Prepovedana Siddharta von Bevog nennt sich Rock IPA und begrüßt in der Nase mit kräftiger Zitrusnote und sanfter Hefe. Im Antrunk exotisch fruchtig, dahinter steigt ein kräftiger Hopfen auf. Ich muss sofort weiterkosten, es sind vor allem ganz und gar un-süße Grapefruitnoten, die mich sowieso immer erfreuen. Die Hefe aus dem Duft macht sich kaum bemerkbar, eher als schaumiges Mundgefühl denn als Geschmack. Bei aller Aromenvielfalt – anhaltend bleibt nur das Hopfenbitter, und das ist auch gut so. 4 Sterne, weil die Geschmacksnoten zwar alle sehr gut sind, aber nicht ideal zusammenkommen.
Zu trinken in einem Gastgarten eines winzigen Lokals in einer slowenischen Altstadt, während von nicht allzufern ein Liveauftritt der namensgebenden Band Siddharta zu hören ist.
Danach großen Hunger. Das Fleisch ist butterzart geworden und isst sich wie Pulled Beef, dazu das Wurzelgemüse und polnischer Krautsalat. Leider nicht daran gedacht zum Vorher- auch ein Nachher-Foto zu machen.
Im Fernsehen Sommerflaute, ich versuch es mit „Silvervägen“ von Stina Jackson als Hörbuch zum Stricken. Es bringt mir mehr Vergnügen, den Landschafts- und Ortsbeschreibungen zuzuhören als der Story selbst. Aber vielleicht liegt’s an mir und ich habe einfach schon zu viele Krimis gehört.
Der Sommerschal aus Leinengarn wächst immerhin schnell. Meistens geht es mir beim Stricken ja ums Stricken, das ist einer der seltenen Fälle, wo ich es kaum erwarten kann, das fertige Ding auszuführen.
