Freundschaft, Genoss:innen

Der erste Mai, der war einmal was. Heute merkt man ihn vorwiegend an verwunderten Tweets und Privatnachrichten – von vor der Tür geschlossener Geschäfte gesendet – , weil offenbar die halbe Stadt vergessen hat, dass heute Feiertag ist. Mit der anderen Hälfte stand ich gestern abends im Spar, nachdem ich mich kräftig verschätzt hatte: Nachmittags die langen Schlangen gesehen und beschlossen, abends einzukaufen, da waren die Schlangen aber noch deutlich länger. Noch nie habe ich so viele Menschen im Supermarkt erlebt, ich atme flach hinter meiner Maske und frage mich, ob ich eine Ankündigung zum Super-Lockdown verpasst habe.

Zum heutigen Frühstück erinnere ich mich an die Zeiten, in denen mich im Achten jährlich eines der sternförmig zum Rathausplatz hinströmenden Parteigrüppchen verlässlich mit Blasmusik weckte. Das Grüppchen wurde von Jahr zu Jahr kleiner, irgendwann fehlte dann auch die Blasmusik.

Eine Runde Küchenputz und ein paar Runden Strickzeug. Die Sonne lockt zu Schritten. Grün ist es schon geworden. Recht viel los in den Parks und auf den Straßen. Rechte Wanderlust will nicht aufkommen. 12000 Schritte werdens doch.

Das Bier des Tages

Sours sind ja üblicherweise nicht so ganz mein Beuteschema, aber wenn der Bierexperte meines Vertrauens meint „Das musst du kosten“, dann koste ich. Die Cherry-Bomb von Tiny Rebel riecht beim Öffnen intensivst nach Weichseln, oder eigentlich weniger nach Weichseln selbst als nach dem leicht künstlich anmutenden Weichsel-Eis aus der Kindheit. Dessen Geschmack, allerdings ohne die damalige Süße, findet sich auch im Mund wieder, leicht schamhaft verborgen hinter einer massiven Säurefront. Ganz am Ende des Schlucks zeigt sich etwas unrauchiges Malz, als hätte es den Bus zum Hauptaroma versäumt.
Das Bier ist in jedem Fall sehr erfrischend, durchaus angenehm zu trinken und in sich stimmig, aber Sour-Fan wird aus mir wohl keiner mehr.

Zu trinken am Swimmingpool eines Luxushotels, während man Pläne schmiedet, wie man von dort ins wirkliche Leben zurückkehrt.

Bier-Übersicht

Abends zwischen Cupfinale und Hörbuchkrimi hin- und hergeswitcht. Das Spiel ist nicht schlecht, langweilt mich aber trotzdem. Außerdem gewinnt eh Salzburg, wie immer.

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