15. August 2025

Feiertags-Schwimm

An so einem Feiertag, wie heiß auch immer, bleibt man am besten zu Hause, dachte ich – weil da sicher alle überall sind. Also friedlich an den Archiven gearbeitet. Die Anti-Hitze-Verschanzung führt aber doch zu einem eher tristen Dasein, am mittleren Nachmittag spürte ich deutliches Ausgehverlangen. Und wo sollte man an so einem Tag hin außer ans Wasser?

Ich bestieg also mit leichtem Gepäck (das einzig schwere war die Wasserflasche) die Schnellbahn, dann die U-Bahn und schließich den Bus.

Es war erstaunlich wenig los, die meisten Leute sind wohl doch auf Urlaub. Und mich freute es irgendwie nicht. Also das Schwimmen (1x lang, 1x kurz) freute mich schon, aber das Herumliegen freute mich nicht. Erst dachte ich, es läge an den Disteln und der Ameisenstraße, die ich beim Aufbreiten des Handtuchs übersehen hatte, aber ein Ortswechsel brachte keine Besserung. Daher relativ bald nach dem 2. Trocknen wieder abgereist. Tatsächlich lockte nichts. Nicht das angedachte Abendessen im Moskito, nicht der Wanderweg am Wasser entlang.

Im Bus dachte ich, dass halt dieser August auch schon halb vorbei ist, und ich von den vielen Ideen für den Sommer nur die Kleinteiligen angegangen war, Wohnungsoptimierung, Archivsortierung. Und das Gefühl, dass mir das bisschen Sommer zwischen den Fingern zerfließt.

In der U-Bahn hörte ich etwas von einem Octopus am Karlsplatz, das machte mich dann doch neugierig.

Der OCT.opus 25 hat mit dem Strauss-Jahr zu tun und wurde gerade eröffnet, als ich hinkam. Musikalisch hörte es sich nach Strauß mit ein bisschen Industrial und Walgesängen an, interessant aber nicht unbedingt ästhetisch. Ich hätte durchaus noch weiter zugehört, aber ein längerer Aufenthalt scheiterte am Konsumbedürfnis: Die Wasserflasche war leer,und vor den zwei mobilen Lokalen hatten sich lange Schlangen gebildet.

Ich dachte an ein abendliches Eis und ging die Wiedener Hauptstraße entlang. Dort fand ich ein unerwartetes Grunge-Schneewittchen.

Auch vor dem Eissalon stand eine lange Schlange. Ich stieg stattdessen in die Straßenbahn und versprach mir Genuss zu Hause. Nach reichlich kaltem Wasser innerlich und äußerlich war es Zeit für …

Das Bier des Tages

Seit der Bierlieferung fühlte ich mich beim Blick in den Kühlschrank beobachtet. Es war Zeit, diesen Gegenblick zu beenden. 🙂

Das Eureka Protocol American Pale Ale von Garage ist mit Hafer gebraut, das fand ich interessant. In der Nase sanfte Zitrusnoten. Im Antrunk intensiv zitrig mit hell herben Noten am Rand. Sehr schöne Hopfennoten, sehr schöne Exotik, sehr schöne Malz-Hefe im Hintergrund – allein es wird kein Ganzes draus, wie lange man auch weiterkostet. Zudem viel zu schwache Kohlensäure.

Zu trinken in der abgefuckten Kneipe neben dem Stadion nach einem großen Spiel, wenn man darauf wartet, dass die Straßenbahn leer genug wird um einzusteigen.


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