Zu Fuß durch den Lockdown

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Im Kopf entwerfe ich Gespräche, als würde ich ein Buch schreiben, echte Gespräche dagegen schweige ich konsequent in die Stille zurück. Manchmal schleicht sich eine Geschichte in die Gedanken, zart, hart, bettwarm oder fremdkalt. Dann wische ich schnell mit ein paar Code-Zeilen durch, damit die Worte nicht hängenbleiben. Geschrieben gehört anderes, das zurzeit keinen Platz hat in mir. Mein innerer Guru deutet mechanisch die vielen Zeichen, die zu deuten jetzt auch nichts mehr bringt. Die Ratschläge des Graureihers verhallen genauso ungehört.

Die Schritte bleiben in der Gegend, jetzt wo ich woanders gehen könnte, ist es mir nicht mehr wichtig, wo ich gehe. Und je abwesender man hinsieht, umso mehr Anblicke finden sich.

Die seltsamen Knoten in der Kunsthalle sind übrigens ein Werk von Abiona Esther Ojo & Huda Takriti, sie heißen „Weaving Truths, Untangling Fictions„. Mir gefällt der Titel besser als die Manifestation.

Den Schritt-Schnitt mittlerweile auf 15.000 gesteigert. Eigene und fremde Netzprojekte schreiten voran. Die Nachrichten erzählen davon, dass die Welt sich weiter dreht. Die Richtung gefällt mir immer weniger. Ich höre in letzter Zeit lieber weg.

Bier des Tages

Ein Monster schien diesem Tag angemessen. Kramah aus der slowenisch-südsteirischen Brauerei Bevog ist ein sehr direktes, kräftiges IPA. Der intensiv herbe Hopfen nimmt keine Umwege, sondern sofort den ganzen Geschmackssinn ein. Sehr stimmig dazu die füllige Kohlensäure. Im Abgang ergänzt ein Hauch von Zitrusfrische die bitteren Noten. Gefällt mir ausgesprochen gut.

Zu trinken an einem Lagerfeuer in der Nähe eines Heavy-Metal-Open-Airs, in Gesellschaft von schweigenden, ledernen Gestalten.


Bier-Übersicht

Der Kühlschrank viel zu voll, auch weil ein geplantes Abendessen durch ein köstliches freundschaftliches Goodie-Bag, ein zweites durch plötzlichen „Ich bestell mir jetzt ein Schnitzel“-Hunger verhindert wurde. Mit den verbleibenden Vorräten komm ich locker ins neue Jahr.

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