Verwirrung um 6:15

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Morgens, es war noch dunkel, seltsamer Lärm. An eine Bauschutt-Rutsche dachte ich beim ersten Mal, aus einem wirren Traum gerissen, in dem ich einen karstigen Berg hochstieg, weil ein alter Mann seinen verletzten Sohn da oben vermutete. Das zweite Scheppern deutlich heftiger; immer noch nicht ganz wach fragte ich mich, ob der Tieflader die Autos für das Autohaus nebenan diesmal einfach seitlich abkippte, anstatt sie sanft herunterrollen zu lassen, aus Protest vielleicht, wogegen auch immer. Beim dritten Mal wurde ich richtig wach, die Geröll-Lawine, die mir auf dem moosgrünen Abhang entgegenkam, hatte mich ausreichend erschreckt. Ich stand also auf, tappste etwas beunruhigt, dorthin, wo man um die Uhrzeit meistens erstmal hintappst, und verstand unterwegs den Zusammenhang zwischen Lärm und Lichterscheinung. Ein Wintergewitter also. Grund genug, sich nochmals tief unter die Decke zu kuscheln. Den Sohn fand ich nicht, oben am Berg, stattdessen spielte eine kubanische Combo leichtgeschürzt im einsetzenden Schneefall. Es sah sehr nett aus, aber nicht gesund.

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