Frostige Frühlingssuche

Auf der Couch geschlafen, aus keinem bestimmten Grund. Vielleicht einfach zu faul zum Schlafengehen gewesen. Bin erstaunt, dass mir trotzdem nichts weh tut, nicht einmal das Gnack.

Etwas gearbeitet, irgendetwas beunruhigt mich, kann nicht sagen, ob es die Kommunikationen oder die Nicht-Kommunikationen sind. Sonnig ist es draußen, und mit dem Wetterbericht im Ohr, der schon für Mittwoch die nächste Kaltfront verspricht (als wäre es jetzt warm!) denke ich daran, zum Wandern an den Fluss zu fahren. Da kommt aber erst ein Telefongespräch dazwischen und dann eine Mail, um die ich mich kümmern muss, und dann regnet es. Vielleicht in den botanischen Garten stattdessen, Blumen mit Wassertropfen fotografieren?

Das Wetter macht mir den zweiten Strich durch die Rechnung, die Sonne scheint wieder, kaum dass ich unterwegs bin, nix mit Wassertropfen, auch im Mai bleibt es April. Unterwegs gedacht, dass wieder einmal ein Grindstadt-Fotoausflug fällig wäre.

Für heute bleibe ich aber bei Blümchen. Gleich hinter dem Eingang zum botanischen Garten sitzt eine Madonna, die ihr Baby stillt, ein paar Meter weiter knutscht ein Pärchen auf einer Bank, als wollten sie gleich hier und jetzt völlig unheilig eines machen. Das Grünen und Blühen ist üppig, aber noch deutlich früher Frühling. Die Mammutblätter sind derweil höchstens Mammutbabies, vom Lotus ist noch gar nichts zu sehen, vielfach nur zartes grünes Hervorlugen, wo üppige Blütenpracht angeschrieben steht. Dafür die Pinie: mächtig.

Am Blühen vor allem Tulpen, dazu ein paar Narzissen, die ersten Pfingstrosen öfffnen sich. Und der eine oder andere Alien findet sich immer.

12500 Schritte, und das wiederholte Verbiegen zum Blüten-Fotografieren müsste als zusätzliche Gymnastik-Einheit durchgehen.

Das Bier des Tages

Das Happy Little Trees IPA von Indie Alehouse Brewing bleibt in der Nase neutral mit einem Hauch von Zitrus. Der Antrunk zeigt sich weich hefeschaumig, dahinter erhebt sich ein schön dichter und dennoch milder Hopfen. Frisch zitronig und leicht exotisch, ohne dabei sonderlich fruchtig zu werden. Ein feines, gerades, jedoch eher mildes IPA, das mit seiner Süffigkeit ruhig in einer größeren Dose daherkommen dürfte.

Zu trinken im Abendlicht auf einer Bank am Fichtenwaldrand, mit Blick hügelabwärts auf die Apfelernte im Obstgarten.

Bier-Übersicht

Zum Abendessen gibt es Couscousgemüse, das schon viel zu lange im Gefrierfach herumlungert. Danach bekennende Realitätsflucht mit Audio-Krimi und ganz ohne Nachrichten.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Voriger Beitrag

Stürmische Zeiten