Mini-Bar, text|bild

Ende ohne Anfang

Ein Motor des großen Flugzeugs hustet schwarzen Rauch. Die Kamera kühl in meiner Hand, kühl aber schwer. “Sie müssen jetzt umkehren…” aber sie kehren nicht um. Schießen, ohne sich um den brennenden Motor zu kümmern. Erde spritzt auf, kleine Steine. Ein scharfer Schmerz, mein Arm ist fremd geworden. Ich ziele mit der Kamera, als könnte sie uns retten. Eine winzige Blume, Wüstenblume, blüht neben deinem Schuh. Mein Kopf ganz leicht. Gleich lege ich mich zu dir.

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Schöner fremder Plan

Ein kleines Stück Strand zwischen Cafe und Lagerhallen… die Wellen grau und kühl… weit draußen ankert die Sonne… warmes Licht und Stimmengewirr aus dem offenen Fenster… der Tross zieht vorbei… in den alten Hallen moderne Büros, groß und hell… Zeichentische… am Gang, ich suche ein Telefon… eine Hand auf meiner Schulter, die Stimme… “ach, Unsinn, schau mich doch an”, meine Frisur in einem Spiegel… “es ist nicht deine Frisur, es ist…” man ruft nach ihm… Lippen, zum ersten Mal… flüchtiges Siegel… unmöglich! – kein Zweifel mehr… das Telefon ruft in die andere Stadt… Zwielicht in der Limousine… allein mit diesem Bild auf meiner Haut… später, beim Hafenfest vielleicht… es gibt Zeit…

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nass

und dann beginnt es zu regnen / kleine tropfenexplosionen auf dem fluss vermehren sich schnell / haare kleben im gesicht aber nicht mehr kalt fast nicht / wie das riecht / sonnenwarmer waldboden und flussand / nass / wie das wasser uebers gesicht laeuft ganz ohne traenen / hinter dem regenschleier passieren zwei schiffe / spaziergaenger fluechten unter daecher und versichern einander wie wichtig dieses nass ist und wie gut / jetzt sogar ein blitz und es grollt hinterher / eine radfahrerin mit sonnenbrille im haar erschrickt und lacht / wintergeschlagenes holz leuchtet auf unter der zarten beruehrung des regens / ein flusskiesel findet den weg in die tasche / alles will beruehrt werden / ertastet

wie gross diese welt sein kann / und wie gut

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body

konzentrieren wir uns auf das wesentliche, meine damen. was ist denn schon dabei, wenn man den kopf verliert. mit dem kopf kommen wir ohnehin nirgends hin.

hoechstens durch die wand. und das tut weh.

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